Denkaholic

Texte mit Seele

Warum ein transparentes Verfahren?

Liebe Mitpiraten,

Hiermit möchte ich Euch nochmals zu dem Schiedsgerichtverfahren einladen, welches morgen um 18 Uhr in der P9 stattfindet.

Vgl.: http://jabbusch.tumblr.com/post/34974422349/einladung-zur-verhandlungs-auftakt

Das Verfahren findet auf jeden Fall öffentlich statt. Einen Antrag auf Geheimhaltung, eingereicht gestern vom Landesvorstand, wurde vom Schiedsgericht heute endgültig abgelehnt.

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Ich weiß, dass mit diesem Verfahren und meiner öffentlichen Einladung viele Ängste verbunden sind. Viele können nicht nachvollziehen, warum ich mich selbst und die Piraten mit diesem Verfahren belaste. Das alles sollte doch am besten hinter verschlossenen Türen besprochen und gelöst werden.

Hier ist ein Versuch zu einer Antwort:

Irgendwer hier im Landesverband hat mir die Anstiftung zu schweren Straftaten vorgeworfen.

Die Straftaten, zu denen ich jemanden Dritten ermuntert haben soll, sind erheblich. Sie könnten wohl zu Recht mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden. Als Anstifter müsste auch ich - ebenfalls zu Recht - für bis zu fünf Jahre in Haft. Daher _muss_ hier eine Aufklärung her.

Die Aufklärung, die notwendig ist, ist zweierlei:

1.) Bin ich schuldig?
2.) Falls nicht: Wer waren die Personen, die diese Verleumdungen gegenüber dem Landesvorstand behauptet haben?

Vielleicht hatten diejenigen, die mich beim Landesvorstand anschwärzten, gehofft, sie könnten mich so fertig machen, dass ich einfach aufgebe und mich resigniert aus der Partei zurückziehe, wie es ja schon ein anderes Opfer getan hat. Doch diesen Gefallen werde ich ihm/ihr/Ihnen nicht machen.

Viel zu oft werden in unserer Partei Leute mit “aus Versehen” öffentlich gewordenen Ordnungsmaßnahmen oder versuchten PAVs gemobbt. Der Datenschutz gilt dabei oft nur für diejenigen, die PAV-Anträge stellten, nicht für die - oft zu unrecht -Belasteten.

Sobald diese (wie ich jetzt) aber versuchen die Vorwürfe aufzuklären, oder herauszufinden, wer hinter dem PAV steckt, wird ihnen vorgeworfen, sie wurden “Streit provozieren” und für “Unruhe sorgen”.

Doch hat den Streit wirklich derjenige zu verantworten, der sich freiwillig zur Aufklärung der Vorwürfe vor ein ordentliches Gericht stellt, oder doch diejenigen, die die (falschen) Vorwürfe erhoben haben?

Machen wir es mit unserer Flausch-um-jeden-Preis-Haltung den Opfern von Verleumdungen nicht unmöglich, sich gegen falsche Gerüchte zu wehren, wenn wir jedem Versuch der Aufklärung gleich den Stempel des “gegenseitigen Streits” aufdrücken? Vielleicht gibt es ja bei manchen Streitigkeiten tatsächlich auch Täter und Opfer?

Und vielleicht ist eine geordnete Auseinandersetzung vor einem ordentlichen Gericht gar nicht so schlimm, sondern im Gegenteil, ein gutes Beispiel gegen die Shitstorm-Kultur? Wo kann ein Streit besser gelöst werden als vor einem neutralem Richter, vor dem beide Seiten Ihre Beweise vortragen können? (Ist natürlich doof für diejenigen, die gar keine Beweise haben, klar.)

Und klar gehören zu einem Streit “immer zwei” und der “klügere gibt nach”. Diese Regel findet jedoch imho dort ein Ende, wo es um den Vorwurf erheblicher Straftaten geht, die dann noch in einem offiziellen Verfahren, wie hier in einem PAV, transportiert und damals in bundesweite Medien lanciert wurden. Wenn mich jemand mit so viel Macht fertig macht, dann kann ich nur depressiv werden oder versuchen, mich gegen die Verleumdung zu wehren und die Verleumder zur Rechenschaft zu ziehen. Ich habe mich gegen die Depression entschieden.

Dass die Öffentlichkeit / Medien dadurch mitbekommen mit welchen schmutzigen Methoden manche (wenige!!) Mitglieder in unserer Partei meinen sogenannte “Machtkämpfe” ausgetragen zu müssen, tut mir ehrlich leid. Allerdings bitte ich auch hier darum die Täter und nicht die Boten zu beschuldigen.

Vielleicht sollten wir mal überlegen, wie wir zukünftig gegen diejenigen vorgehen, die solche Methoden nutzen, um anonym und ohne Beweise versuchen, Leute fertig zu machen. Wenn ich mir das Jahr 2012 so angucke, bin ich ja offenbar kein Einzelfall geblieben. Das Mobbing wurde ja regelrecht “professionalisiert”.

Das geht natürlich nur, falls wir jemals erfahren wer überhaupt hinter dem PAV steckt. Noch gibt es ja weiterhin offiziell niemanden, der sich öffentlich traut, mir diese Straftaten unterstellt zu haben.

So gesehen bin weiter sehr gespannt auf den morgigen Termin.

Piratige Grüße, Sebastian

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